Halberstadt
Seit Jahren sind unkontrollierte Katzenpopulationen immer wieder ein Thema im gesamten Stadtgebiet. Trotz intensiver Bemühungen örtlicher Tierschutzvereine – darunter Kastrationsaktionen, Aufklärungsarbeit – steigt die Zahl hilfsbedürftiger Tiere weiter an. Ehrenamtliches Engagement allein kann dieses strukturelle Problem nicht lösen.
Es wird eine Katzenschutzverordnung benötigt.
Die Stadt Halberstadt steht seit Jahren vor einer strukturellen Notlage durch eine große Population freilebender Katzen, die erhebliches Tierleid verursacht und das Fundtierwesen belastet. Hauptursache ist die unkontrollierte Fortpflanzung unkastrierter Freigängerkatzen. Eine Katzenschutzverordnung soll präventiv eingreifen, klare Zuständigkeiten schaffen und durch verbindliche Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsregelungen eine nachhaltige Reduzierung der Population ermöglichen.
- In Halberstadt wird die Zahl freilebender Katzen auf rund 890 Tiere geschätzt.
- Seit 2019 sind etwa 1.400 Katzen als Fundtiere durch das städtische System gelaufen; jährlich werden rund 200 Tiere aufgenommen oder vermittelt.
- Zeitweise befanden sich 43 Katzen gleichzeitig in der Fundtierunterkunft, die regelmäßig an ihrer Kapazitätsgrenze arbeitet.
- Tierschutzvereine ließen zwischen 2021 und heute über 310 Katzen kastrieren – ein wichtiger Beitrag, der jedoch nicht ausreicht, um die Population stabil zu halten.
- Über 90 % der bekannten Fälle weisen behandlungsbedürftige Parasiten auf (u. a. Würmer, Flöhe, Milben, Zecken).
- Fast 60 % der gefangenen Katzen leiden an Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen oder FIV sowie an Verletzungen, Zahn- und Augenerkrankungen.